NuJazzFunkt mit Zbikbeat alias Andreas Zbik im Freien Radio für Stuttgart Die Radiomusiksendung als schliessendes Glied in der Entstehungskette der Musik vom ersten gespielten Ton an bis zur Konservierung und Veröffentlichung Als Beispiel dient eine Sendung Im FRS auf 99.2 MHz vom 26.Juni 2003 mit dem Studiogast Dirk Meyer NuJazzFunkt präsentiert die Tearoom-Sessions des in Stuttgart ansässigen Schmollmund-Kollektivs aus dem namensgebenden Szenelokal Tearoom. 1. Die Sendung 2. Die Musik 2.1 Schmollmund und der NuJazz 2.2 Konservierung der Schmollmund-Sessions 3. Das Konzept 4. Das Resultat 1. Die Sendung Die NujazzFunkt-Radiosendung existiert seit Mai 2002. Als Erweiterung der JazzFunkt-Sendung gedacht, die speziell den „konventionellen“, modernen Jazz behandelt werden bei ersteren die Einflüsse der aktuellen DiscoClubSzene in die Jazzmusik aufgearbeitet. 2. Die Musik In den neunzigern des letzten Jahrhunderts begannen DJs, Musiker, Produzenten und Plattenfirmen verstärkt Elemente des Jazz in die stark durch Computer und Elektronikeffekte beeinflusste Clubmusik einzubinden. Die „alte“ Clubmusik bereicherte die „neue“ Clubmusik. Diese Entwicklung führte neben vielen anderen Namensgebungen zum Begriff „NuJazz“. Diese weitläufige zum Teil auch irreführende Bezeichnung war eingebettet in eine weitreichende musikgeschichtliche Entwicklung, die im Folgenden kurz erklärt wird. Es entwickelte sich ein substanzieller Austausch der Musikstile aus verschiedenen Epochen, der schliesslich dazu führte, dass der „klassische“ Jazz, der die Discoclubmusik beeinfusste nun durch das entstandene Resultat selbst beeinflusst wurde. Das heißt, so wie der Jazz durch seine musikalischen Inhalte den Klang und auch die Sichtweise in der doch eher studioproduzierten und von Tonträgern gespielten Discoclubmusik beeinflusste, so nahmen jetzt die technischen Raffinessen der computererzeugten Musik mit all ihren Effektmöglichkeiten Einzug in die Live-Situation des Jazz. 2.1 Scmollmund und der NuJazz Die zuvor kurz beschriebene Entwicklung im Jazz und in der generellen Clubmusik lässt sich auch in der Musik des Stuttgarter Schmollmund-Kollektivs wiedererkennen. Die regelmässigen dienstäglichen Jam-Sessions werden konsequent mit dem Konzept der Verbindung von Club und Jazz durchgeführt. Ein weiteres Element ist die freie Improvisation. 2.2 Die Aufnahmen Ein „grosser Fan“ dieser Sessions und der dabei entstehenden Musik entschloss sich jeden Dienstag dabei zu sein, um die gespielte Musik aufzuzeichnen und akribisch zu konservieren. Mit weitreichenden Folgen... Innerhalb kurzer Zeit entstand ein grosse Archiv aus letztlich verschiedenen Musiken. 3. Das Konzept Aufgrund der eigentlichen Idee der NuJazzFunkt- Radiosendung aber auch des rießigen Angebots von Musik aus den Tearoom-Sessions, das die Elemente des NuJazz auf eindrucksvolle Weise wiederspiegelt, ergab sich letztlich das Konzept, die Situation, die bei genauem Betrachten so eindeutig das Verhältnis zwischen dem Zuhörer bzw. Zuschauer und dem Künstler zeigt, über das Medium Radio, dass sich nahtlos in den Kreislauf der Musikentstehung bis hin zur Präsentation einreiht zu verbreiten. 4. Das Resultat Schliesslich ergibt sich ein sehr interessantes Ereignis für die Zuhörer dieser Radiosendung Der Dialog zwischen dem Musikschaffenden und dem Musikhörenden, der letztlich die wichtigste Säule der Kunst generell bildet kann eindeutiger wie in einer Eins gegen Eins abgehaltenen Radiosendung nicht sein. Zbikbeat alias Andreas Zbik präsentiert den Musikschaffenden, Dirk Meyer repräsentiert den Zuhörer. Beide sind Teil der Situation am Abend der Musikentstehung bzw. Aufzeichnung und beide sind Teil der Situation im Funkstudio. Die Sendung zeigt neben der Musik, die insgesamt die meiste Zeit ausfüllt wie sich beide Seiten der Musik nähern; einerseits mit den tatsächlichen Erlebnissen während der Entstehung andererseits während der nachträglichen Betrachtung.